Türkische Vornamen 2026: Die beliebtesten Namen für Jungen und Mädchen

Zuletzt aktualisiert am 24. September 2026

Kaum ist die Schwangerschaft verkündet, geht es los. Die Anneanne hat einen Vorschlag, der Dede einen anderen, und irgendeine Teyze kennt garantiert ein Kind, das „genau so“ heißt. Die Namenssuche ist in deutsch-türkischen Familien selten eine Entscheidung zu zweit. Wer nach türkischen Vornamen sucht, will meistens beides: einen Namen, der in der Familie gut ankommt, und einen, den das Kind in der Kita nicht jeden Tag buchstabieren muss.

Wir haben uns angeschaut, welche Namen in der Türkei gerade am häufigsten vergeben werden, was dahintersteckt und worauf es ankommt, wenn das Kind in Deutschland aufwächst.

Die beliebtesten türkischen Vornamen laut TÜİK

Jedes Jahr veröffentlicht das türkische Statistikamt TÜİK, welche Namen Neugeborene am häufigsten bekommen haben. Die aktuelle Auswertung für den Geburtsjahrgang 2025 zeigt einen klaren Trend – dazu gleich mehr.

Jungennamen

PlatzNameBedeutung
1Alparslan„tapferer Löwe“, Name eines Seldschuken-Sultans
2Göktuğaus gök (Himmel) und tuğ (Feldzeichen)
3Metehannach Mete Han, einem Herrscher der Asiatischen Hunnen
4Yusuftürkische Form von Josef, Prophet im Koran
5KeremGroßzügigkeit, Edelmut
6Miran„die Fürsten“, persisch-kurdischer Ursprung
7Ömer AsafÖmer (Umar) und Asaf, der weise Wesir König Salomos

Alparslan stand schon im Vorjahr an der Spitze.

Mädchennamen

PlatzNameBedeutung
1Alya„die Erhabene“ (arabisch)
2DefneLorbeer
3Gökçehimmelblau, auch: schön
4ZeynepName einer Tochter des Propheten Mohammed
5AselHonig, süß
6Umayalttürkische Schutzgöttin der Mütter und Kinder
7AsyaAsien

Bei den Mädchen hat Alya die Defne überholt, die im Jahr davor noch vorne lag.

Spannend ist auch der Blick auf alle Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren: Dort führen weiterhin Yusuf, Mustafa und Ömer sowie Zeynep, Elif und Ecrin. Die Klassiker sind also nicht verschwunden, sie werden nur seltener neu vergeben.

Der Trend: zurück zu alttürkischen Namen

Wer die Liste liest, merkt schnell: Alparslan, Göktuğ, Metehan, Umay, Gökçe – das klingt nach Steppe, Reiterheeren und Geschichtsunterricht. Alttürkische und zentralasiatische Namen sind seit einigen Jahren stark im Kommen. Als ein Grund gelten die historischen Fernsehserien, die in der Türkei ein Millionenpublikum haben, etwa über Sultan Alparslan oder die Gründerzeit des Osmanischen Reichs. Dazu kommt der Wunsch nach Namen, die eindeutig türkisch klingen.

Bei uns in Deutschland sieht es etwas anders aus. Viele Eltern der zweiten und dritten Generation suchen eher Namen, die in beiden Sprachen funktionieren. Ein Göktuğ wird hier ziemlich sicher oft „Gökdug“ gerufen – das muss man mögen.

Türkische Vornamen, die auch auf Deutsch gut funktionieren

Wenn das Kind in Deutschland aufwächst, lohnt sich ein kurzer Aussprache-Check. Ö und ü kennt hier jeder, bei ğ, ı, ş und ç wird es schwieriger. Diese Namen sind in beiden Welten zu Hause:

  • Für Mädchen: Defne, Ela, Elif, Aylin, Leyla, Deniz, Asya
  • Für Jungen: Can, Deniz, Emir, Aras, Kerem, Mert, Ali, Levent

Deniz (Meer) ist übrigens ein Klassiker, den Jungen und Mädchen gleichermaßen tragen.

Vornamen mit islamischer Bedeutung

Für viele Familien spielt die religiöse Bedeutung eine große Rolle. Namen von Propheten und ihren Familien sind seit Generationen beliebt und tauchen auch in der aktuellen Liste wieder auf. Bei den Jungen sind das zum Beispiel Yusuf, Ömer, Ali, Hamza, İbrahim und Mustafa, bei den Mädchen Zeynep, Meryem, Ayşe, Fatma und Hatice. Oft kommt ein zweiter Name dazu, wie bei Ömer Asaf oder Muhammed Ali. So entsteht ein eigener Name, der trotzdem an die Tradition anknüpft.

Wie man in der Familie zu einer Entscheidung kommt

Wir kennen das alle: Der Dede möchte, dass das Enkelkind seinen Namen trägt, die andere Seite der Familie hat eigene Wünsche, und ihr selbst habt euch längst in einen ganz anderen Namen verliebt. Früher war es verbreitet, das erste Kind nach einem Großelternteil zu benennen. Heute lösen viele das mit einem Zweitnamen: Der Rufname ist eure Wahl, der zweite Name eine Verbeugung vor der Familie.

Ein kleiner Tipp aus Erfahrung: Sagt den Namen ruhig mal laut – auf Türkisch, auf Deutsch und so, wie ihn eine Erzieherin zum ersten Mal vorlesen würde. Und fragt euch, ob er auch zu einem Menschen mit 40 passt und nicht nur zu einem Baby.

Fazit

Die beliebtesten türkischen Vornamen zeigen gerade eine deutliche Rückbesinnung auf alttürkische Wurzeln, während die religiösen Klassiker fest dazugehören. Ob Alya oder Elif, Alparslan oder Can: Am Ende ist der schönste Name der, bei dem ihr beide lächelt, wenn ihr ihn aussprecht. Und wenn die Teyze trotzdem eine Meinung hat – die hat sie sowieso.

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