Kangal Hund

Kangal Hund – der charakterstarke Hund aus der Türkei

Ein Hund ist ein treuer Begleiter und kann eine wahre Bereicherung für die Familie sein. Doch beim Kauf eines Hundes sollte man nicht nur an das eigene Wohlergehen denken. Schließlich handelt es sich um ein fühlendes Lebewesen, dass viel Aufmerksamkeit, Liebe und natürlich die richtigen Umstände benötigt. Besonders, wenn Sie sich nicht für eine klassische, oft vertretene Rasse wie den Golden Retriever entscheiden, sondern zum Beispiel für einen türkischen Kangal Hund, sollten Sie sich am besten zwei Mal überlegen, ob ein Kauf für Sie infrage kommt. Doch was ist das überhaupt für eine Hunderasse und was zeichnet den Kangal Hund aus?

Ein Kangal Hund aus dem Tierheim?

Der türkische Kangal Hund stammt – wie der Name schon sagt – ursprünglich aus der Provinz Sivas (Kangal) in der Türkei. Doch er ist längst nicht mehr nur in der Türkei bekannt, sondern auch in Deutschland. Meist leider in Tierheimen. Das liegt unter anderem daran, dass viele Urlauber einen Kangal Hund aus der Türkei mit nach Deutschland bringen. Damit wollen sie etwas Gutes tun und einem Straßenhund ein Zuhause schenken. Jedoch endet diese gut gemeinte Tat nicht immer so, wie geplant.

Wenn sich der kleine Welpe nämlich zu einem ausgewachsenen Hund entwickelt, werden viele Besitzer damit überfordert. Der türkische Kangal, oder auch Sivas Kangal genannt, ist nämlich kein einfaches Haustier und hat einen sehr ausgeprägten Eigenwillen. Das kann in Kombination mit seiner Größe und schlechter Erziehung dazu führen, dass die Besitzer die Kontrolle über ihren Hund verlieren und dieser in den schlimmsten Fällen sein Herrchen sogar angreift.

So kommen viele Kangal Hunde leider wieder ins Tierheim, was weder für den Hund, noch für den Besitzer, ein schönes Ergebnis ist.

Ist der Kangal Hund gefährlich?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Ob ein Kangal gefährlich ist oder nicht, liegt zum Großteil in der Hand des Besitzers. Es gibt zwei Faktoren, die ihn gefährlich machen können, aber nicht müssen. Zum einen ist das seine Größe. Wer einen unerzogenen Chihuahua zu Hause hat, der wird nicht so eine große Angst vor einem Angriff haben müssen, wie jemand, der einen unerzogenen Kangal besitzt.

Zum anderen kann der Kangal aufgrund seines komplizierten Charakters gefährlich werden. Es ist dem Kangal nicht wichtig, jemandem zu gefallen. Viel wichtiger ist es ihm, seinen eigenen Willen durchzusetzen und seine Herde zu beschützen. Er ist nämlich ein Hirtenhund und sieht fremde Menschen und Hunde oft als Gefahr an.

Eine gute Erziehung ist bei dem türkischen Kangal Hund also das A und O zur Vorbeugung von Überforderung oder gefährlichen Angriffen seinerseits.

Typische Merkmale eines türkischen Kangals

Ein Kangal-Weibchen kann eine Größe von bis zu 77 cm erreichen. Bei einem Männchen sind es sogar 86 cm. Sein helles Fell harmoniert hervorragend mit seinen dunklen Ohren, Augen und der Schnauze.

Durch seine Aufgabe als Hirtenhund, ist sein Beschützerinstinkt sehr stark ausgeprägt, wodurch er vielen Dingen gegenüber, sehr kritisch und gereizt reagieren kann. Bei einer guten Erziehung kann sein kompliziertes Wesen sich aber als positiv herausstellen. Der Kangal beschützt nämlich seine Familie und ist somit stets ein treuer Begleiter.

Wer sollte sich für einen Kangal entscheiden?

Wie sie sich nun sicherlich schon denken können, ist der Kangal Hund nichts für Anfänger. Sie sollten also nur einen Kangal kaufen, wenn Sie bereits Erfahrungen mit Hunden gesammelt haben. Außerdem sollten Sie genug Zeit haben, um in die Erziehung Ihres Kangals zu investieren.

Kleine Stadtwohnungen sind für so einen großen Hirtenhund nichts. Er braucht sehr viel Freilauf und Platz. Beides sollten Sie ihm gewähren können.

Wenn Sie sich für den Kangal entscheiden, dann schauen sie sich erst mal im Tierheim um, bevor Sie zum Züchter gehen. Wie bereits erwähnt, warten dort sehr viele Kangals auf ein neues Zuhause. Denken Sie jedoch daran, dass im Tierheim die meisten Kangals bereits ausgewachsen sind und eine Umerziehung schwieriger sein wird, als die Erziehung eines Welpen.

Überlegen Sie es sich gut, bevor Sie sich entscheiden. Denn wie gesagt: Ein Hund ist ein fühlendes Lebewesen, dass viel Zeit, Aufmerksamkeit und Liebe benötigt.